Online-Angebot der größten brasilianischen Tageszeitung führt Bezahlschranke ein

Screenshot des Online-Angebotes der Folha de S. Paulo

Screenshot des Online-Angebotes der Folha de S. Paulo

Die Tageszeitung Folha de S. Paulo (kurz: Folha) hat letzte Woche ihr Online-Portal auf Paid Content umgestellt. Der User kann 20 Artikel pro Monat kostenlos lesen. Um weitere 20 lesen zu können, muss er sich registrieren und ab dem 41. Text wird eine monatliche Abogebühr verlangt. Seit Januar setzt Folha dieses Modell bereits bei Tablet- und Smartphone-Apps ein.

Laut Antonio Manuel, Direktor bei der Folha-Gruppe, wurde das Paid Content-Thema bereits intensiv im letzten Jahr auf dem Maximídia-Forum, einer brasilianischen Kommunikations- und Marketingveranstaltung behandelt. Dort hatten bereits Tageszeitungen wie O Estado de S. Paulo, O Globo und Lance angekündigt, Bezahlschranken einführen zu wollen. Als Vorbild wurde das Modell der New York Times gesehen, die Paid Content im März 2011 eingeführt hatte und innerhalb einen Jahres rund 454.000 digitale Abonnenten gewinnen konnte.

Das Paid Content-Modell bei Folha sieht einen Abo-Preis von 1,90 Real (rund 0,73 Euro) im ersten Monat als Sonderangebot vor, der ab dem zweiten Monat auf 29,90 Real (ca. 11,45 Euro) ansteigt. Das Abonnement verlängert sich nicht automatisch. Nach dessen Ablauf hat der Leser wieder die Möglichkeit, 40 Artikel ohne Berechnung lesen zu können, und kann dann entscheiden, ob er wieder ein Abo eingehen möchte. Beim digitalen Abo hat der User Zugang zu den Inhalten via Tablet, Smartphone und Computer. Abonnenten der Tageszeitung erhalten weiterhin uneingeschränkten Zugang zu den digitalen Inhalten auf allen Plattformen. User, die ein Abo bei Brasiliens größtem Content-Portal UOL  (auch Folha-Gruppe) haben, verfügen weiterhin über einen Zugang zu den Inhalten der Website.

Einige Teile des Portals werden weiterhin frei für alle zugänglich sein. Dazu zählen u.a. die Blogs.

Folha hat außerdem auf eine separate Marke für das Online-Angebot verzichtet. Der Name „Folha.com“ wird nicht mehr verwendet; alle Inhalte unabhängig vom Ausgabemedium laufen jetzt unter Folha de S. Paulo.

Die Folha-Gruppe rechnet durchaus damit, einige digitale Leser mit der neuen Bezahlschranke anfangs zu verlieren, geht aber davon aus, einen wesentlichen Teil wieder zurückzugewinnen und eine treue, auch für die Werbeindustrie attraktive (sowie bezahlende) Leserschaft aufzubauen, die das Web-Angebot somit rentabler werden lässt.  Das Folha-Portal hat zur Zeit im Schnitt rund 232 Millionen PageViews. (tfb)

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