Universität São Paulo und Verlagsgruppe Estado gründen gemeinsam digitale Bibliothek zum Thema „Korruption“

Logo der digitalen Bibliothek über Korruption in Brasilien / Copyright: USP/Estado de S. Paulo

Logo der digitalen Bibliothek über Korruption in Brasilien / Copyright: USP/Estado de S. Paulo

Der Tageszeitungsverlag Estado (Estado de S. Paulo, auch Estadão) und die Universität São Paulo (Universidade de São Paulo, kurz: USP) haben Anfang November die sogenannte „Corrupteca“ gegründet, eine digitale Bibliothek, die Nachrichten und wissenschaftliche Artikel zum Thema „Korruption“ sammelt und öffentlich über eine Website zugänglich macht.

In der ersten Phase wird die Corrupteca laut USP rund 100.000 Texte über Korruption beinhalten, darunter wissenschaftliche Publikationen aus 63 Ländern, die Teil der Open Archives Initiative (OAI) sind. Außerdem werden alle Artikel des Estadão seit 1875 zu dem Thema zugänglich sein.

Die Corrupteca-Website soll den Regeln des „semantischen Webs“ folgen, das heisst, dass nicht nur nach bestimmten Begriffen wie „schwarze Kasse“ oder „Geldwäsche“ gesucht werden kann, sondern auch in den entsprechenden Zusammenhängen.

Das Thema „Korruption“ hat in Brasilien schon lange „Tradition“ und ist national sowie international ständiger Kritik ausgesetzt. Viele Jahre wurde korruptes Verhalten in Brasilien mit einem Augenzwinkern kommentiert und weitestgehend hingenommen; heute wird es deutlich ernster genommen. Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat bereits eine Vielzahl ihrer Minister wegen Korruptionsvorwürfen entlassen und aktuell sind eine Reihe von Politikern zu mehrjährigen Haftstrafen wegen Bestechlichkeit verurteilt worden. Es sieht also so aus, dass das Thema in Brasilien jetzt sehr ernst genommen wird und über die nächsten Jahre ein kultureller Wandel diesbezüglich zu verzeichnen ist. (tfb)

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